Warum der WdA Materialien der 20er – 50er Jahre publiziert.

LeninismusFrage: „Die Position eurer Seite ist sehr korrekt: „Schießt nicht auf den Pianisten, denn er spielt so gut er kann“, lautet die Devise, oder zumindest ist diese Position schon mal besser, als die von anderen pseudo-marxistischen Seiten.

Artikel der 20er – 50er Jahre… Die Tatsache, dass sich seit dieser Zeit die Klassenzusammensetzung der Gesellschaft um Male veränderte, wird nicht berücksichtigt. Die Größe (hat sich um zehn Mal verkleinert) und Qualität (Gastarbeiter) des Proletariates hat sich von Grund auf verändert…“

Antwort: Dies ist ein Zitat aus einem Kommentar zu einem Artikel auf unserer Seite. Sofort wird erkennbar, dass der Autor von ihm von einer recht großen Verärgerung angetrieben wurde. Anscheinend hat er in dem Material vom WdA nicht das gefunden, was er gesucht hat. (Ob er allerdings selber wusste, was er gesucht hat, ist eine andere Frage.)

Die Form und der Sinn dieser Aussage zeigen deutlich, dass ihr Verfasser auf kleinbürgerlichen Klassenpositionen steht. Es ist also recht natürlich, dass ihm das nicht gefällt, was der WdA schreibt, denn schließlich vertritt der WdA die Klassenposition der Arbeiterklasse und nicht des Kleinbürgertums. Der WdA kann nicht denen gefallen, die an die Märchen des leichten und friedlichen Weges zum Sozialismus glauben, zu dem man angeblich kommen könnte, ohne jede Opfer zu bringen und ohne einen erbitterten und unerbittlichen Kampf mit dem Kapital zu führen.

Auf unbegründete und hohle Beschuldigungen im „Pseudo-Marxismus“ wollen wir gar nicht erst eingehen. Wie heißt es so schön „Hunde die laut bellen, beißen nicht“. Die Antworten auf die Fragen bezüglich des modernen Proletariates und den Artikeln der 20er – 50er Jahre sehen wir allerdings als unumgänglich an, vor allem, weil diese uns nicht zum ersten Mal gestellt wurden.

Fangen wir mit der eher leichten Frage, welche unseren Artikeln gewidmet ist, an: Warum publiziert der WdA regelmäßig Materialien aus den 20er – 50er Jahren?

Ganz einfach: Schlicht und ergreifend deswegen, da es sich bei den besagten Artikeln und Broschüren um echten Marxismus-Leninismus, um den, der als Bolschewismus verstanden wird, handelt! (Warum es sich beim Marxismus-Leninismus und Bolschewismus um das Gleiche handelt, haben wir detailliert hier beschrieben.)

In späteren Zeiten, angefangen in der Mitte der 50er Jahre und beendet unmittelbar vor der Perestroika (wenn nicht sogar während der Perestroika selbst!), gab es solch Material in der UdSSR nur noch selten bis gar nicht zu finden.

Das heißt, man kann natürlich nicht sagen, dass alles was in dieser Zeit geschrieben wurde, falsch war, denn vieles war auch richtig, aber die Wahrheit war so sehr von spätsowjetischen Revisionisten kunstvoll vermischt worden, dass ohne den notwendigen und ernstzunehmenden theoretischen Vorkenntnissen, ein einfacher Arbeiter nicht mehr verstehen würde, was was ist. Schließlich hat es der Revisionismus in der UdSSR, welcher bereits 1953 siegreich war, es nicht ohne weiteres geschafft das gesamte sowjetische Volk zu täuschen! Und wir sind bis heute dazu verdammt das auszulöffeln, was er damals angerichtet hat. Der heutige russische Opportunismus, welcher total in unserer kommunistischen Bewegung dominiert (welche es deshalb sogar peinlich ist als kommunistisch zu bezeichnen!), ist die direkte Folge der Verfälschung des echten Marxismus-Leninismus (Bolschewismus), mit den menschewistischen Revisionen, welche noch unter Breschnew und Chruschtschow verwirklicht wurde. Genau deswegen lässt sich dieser Opportunismus nur schwer entwurzeln, denn die heute noch lebenden, ehemaligen Mitglieder der KPdSU, darunter auch die, die sich aufrichtig als Kommunisten sehen, kannten keinen anderen Marxismus!

Die Publizierung von Artikeln aus breschnew’scher, chruschtschow’scher oder sogar späterer Zeit wäre nur mit dem Ziel ihrer Kritik möglich. Aber ist es wirklich wert, unsere Seite mit opportunistischem Müll zu füllen, von dem es auch ohne unsere Hilfe im Internet genug gibt, während man echtes marxistisches Material nur sehr schwer findet?

Der WdA, welcher sich als eine seiner wichtigsten Aufgaben die Marxistisch-Leninistische Aufklärung stellt, hat diesbezüglich anders entschieden: Er hat sich entschieden, seinen Lesern den Marxismus-Leninismus zu geben, mit dessen Hilfe die internationale Arbeiterklasse ihre weltgrößten Erfolge zu verzeichnen hatte, d. h. ihnen das „Prototyp“ der wahren wissenschaftlichen und politischen Kenntnisse zu geben, damit unsere Leser etwas als Vergleich zu dem haben, was sie bei Opportunisten nachlesen können (zwischen heutigen und spätsowjetischen Opportunisten gibt es im Übrigen keinen Unterschied).

Zur Zeit Chruschtschows und Breschnews wurde das sowjetische Volk eines solchen „Prototypes“ beraubt, da ein großer Teil wahrer bolschewistischer Werke (Werke aus stalinscher Zeit) gut verborgen wurde. Einfache Menschen hatten keinen Zugang zu diesen Werken. Es war unmöglich die Werke von Joseph Stalin selbst, oder aber authentisches Material über die Parteitage der 20er – 30er Jahre zu finden. Sie sind deshalb authentisch, weil in den 60er Jahren all die Materialien der Parteitage der AKP(B), von Unterstützern Chruschtschows neu herausgegeben wurden. Dabei handelte es sich in erster Linie um die Parteitage, auf denen die wichtigsten Fragen zum Aufbau des Sozialismus in der UdSSR gelöst, und die Vielzahl an verschiedensten Diskussionen mit Opportunisten dokumentiert wurden, stets mit dem Sieg der Bolschewiki endend, an deren Seite die ungeheure Mehrheit der Abgeordneten des jeweiligen Parteitages stand. Hierbei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die Neuauflagen mit bestimmten Kürzungen und Kommentaren der Redaktion versehen waren, welche der neuen, menschewistischen Ideologie angepasst, und anschließend als Marxismus-Leninismus verkauft wurden. In den 60er – 80er Jahren war es dann auch noch unmöglich Materialien großer Diskussionen aus der Zeit Stalins zu finden, und hierbei lassen wir die Stenogramme und Protokolle verschiedener Prozesse von Konterrevolutionären der 20er und 30er Jahre noch außer Acht. Die sowjetischen Bibliotheken wurden von den Chruschtschowisten sehr gründlich „gesäubert“, vielleicht sogar noch intensiver, als es heute der Fall ist. Die Konterrevolution wusste, was sie zu fürchten hatte und bestrebte dies so gut wie nur überhaupt möglich zu verbergen.

In dieser Situation gab es für die einfachen sowjetischen Arbeiter und Kommunisten im Prinzip keine Chance an die Wahrheit heranzukommen.

Professionelle „Marxisten“, also Philosophen, Spezialisten für politische Ökonomie, Historiker und führende Parteiarbeiter hatten selbstverständlich mehr Möglichkeiten. Allerdings wurde deren Interessen gegenüber einigen Dokumenten, besonders ihr Interesse gegenüber bestimmten Dokumenten, von bekannten Institutionen gut überwacht. Ihre Positionen, wenn nicht gar ihren Kopf und Hals zu riskieren, trauten sich aber nicht viele.

Jedoch war noch nicht einmal der wichtigste Punkt. Der wichtigste Punkt war, dass es der ungeheuren Mehrheit der sowjetischen Werktätigen noch nicht mal in den Sinn kam nach verschiedenen Sachen zu suchen und diese zu vergleichen! Das Vertrauen zur Partei war, dank der Politik, welche die Bolschewiki unter Lenin und Stalin betrieben, so groß, dass das sowjetische Volk es prinzipiell ausschloss, die Partei könne es betrügen! Dies war im Großen und Ganzen auch der Aspekt, welcher der Konterrevolution die verlorene Wachsamkeit der Arbeiterklasse des Sowjetstaates geschenkt hatte.

Deshalb stehen heute vor der Arbeiterklasse aller ehemaligen sozialistischen Länder schwere Aufgaben: Man muss erneut bei null anfangen. Man muss die revolutionäre Theorie, mithilfe welcher man den Kapitalismus besiegen kann, von vorne erlernen. Man muss seine Partei erneut aufbauen, ohne die man die Bourgeoisie nicht besiegen kann.

Der WdA hilft bei der Lösung dieser Aufgaben mit allem was er kann, darunter auch mit der erneuten Offenbarung des Marxismus-Leninismus unseren Arbeitern gegenüber, und zwar in der Form, wie er wirklich ist. Deshalb werden auch auf der Seite des WdA die wichtigsten und heute brauchbarsten Materialien der stalinschen Epoche veröffentlicht, damit es unseren Arbeitern leichter fällt nicht nur die Geschichte ihres Landes, sondern auch das Leben, in welchem sie nun verpflichtet sind zu leben, zu verstehen, da ihre jetzige traurige Situation sehr eng mit der Geschichte des Klassenkampfes zusammenhängt.

In gewisser Maßen haben wir auch bereits auf die zweite Frage des Lesers geantwortet, welche den Vorwurf gegenüber dem WdA birgt, dass das Leben sich inzwischen genauso wie die Klassenzusammensetzung verändert hätte und die Qualität des Proletariates nun eine andere sei, während wir, die in der Zeit hängengebliebenen, uns immer noch mit den veralteten Materialien der 20er – 50er Jahre auseinandersetzen.

Und ja, das Leben steht nicht nur auf einer Stelle. Tatsächlich schreitet alles voran und verändert sich. Das haben noch die alten Griechen bemerkt. Die Frage besteht allerdings darin, wie sich das Leben wandelt und im Vergleich zu was.

Wenn wir unser jetziges Leben mit dem Leben im Sozialismus vergleichen, so hat es sich wirklich von Grund auf verändert! Denn damals lebten wir im besagten Sozialismus, während wir nun den Kapitalismus als Gesellschaftsform haben. Damals gab es das Volkseigentum und nun gibt es das Privateigentum. Damals war die Arbeiterklasse und die Kolchos-Bauernschaft an der Macht, nun ist es nur noch die Bourgeoisie, während der Rest des Volkes völlig entrechtet ist.

Allerdings gab es damals auch kein Proletariat und eben hier liegt der Fehler unseres Kritikers. Es gab in der UdSSR keine unterdrückte Klasse der Proletarier, da in der gesamten Zeitspanne der UdSSR, oder zumindest bis zur Mitte der Perestroika, die Arbeiterklasse die herrschende Klasse in der Sowjetgesellschaft war. Ja, der Name war der gleiche: „Arbeiterklasse“, allerdings war dies eine völlig andere gesellschaftliche Klasse und bei weitem nicht die, die es in der kapitalistischen Gesellschaft gibt (weitere Informationen hierzu findet ihr hier). Unter diesen Bedingungen vom Proletariat zu sprechen, heißt schlichtweg nicht zu verstehen was genau das Proletariat ist.

Allerdings kann man das heutige Leben mit einer anderen Zeit vergleichen, zum Beispiel mit der Epoche des Kapitalismus in Russland, welcher vor der Oktoberrevolution existierte. Wenn wir nun dies tun, so wird sich unser aktuelles Leben von dem vorrevolutionären kaum unterscheiden.

Ja, es gibt nun Mobiltelefone und Computer, aber das ist nicht das Wichtigste, das sind nur Details. Das Wichtigste ist die gesellschaftlich-ökonomische Ordnung und diese ist exakt dieselbe, die es damals auch gab, nämlich die kapitalistische. Und befinden tut sie sich in dem exakt gleichen, höchstem Stadium, dem Imperialismus. Und es gelten in ihm die gleichen ökonomischen Gesetze, die von Karl Marx entdeckt und von Vladimir Iljitsch Lenin erweitert wurden. Der Unterschied liegt nun darin, dass es (am Beispiel Russland) nun keine Reste der feudalen Verhältnisse, keine Gutsherren und Leibeigenen, keinen Zaren, welcher alle bis zur Weißglut getrieben hat, gibt. Allerdings gibt es reichlich Kapitalisten, welche sich in unserem Land allerlei bedienen. Die politische und ökonomische Macht liegt nun in ihren Händen. Alles, was in unserem Land existiert gehört nun ihnen, seien es nun Fabriken, Kraftwerke, Land, diverse Bodenschätze usw. und alles was von Millionen und Abermillionen von Arbeitern erschaffen wird, fällt in ihre Hände (durch das Recht des Besitzes der Produktionsmittel). Die Lage der Arbeiterklasse (dem Proletariat) ist jetzt in der RF ähnlich wie im zaristischen Russland (was sich auch weitestgehend auf die deutsche Geschichte genauso übertragen lässt): Sie ist komplett der Produktionsmittel beraubt, ihr Erbe ist die Arbeit von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang für eine lächerlich geringe Summe Geld, die in vielen Fällen noch nicht einmal rechtzeitig (wenn überhaupt) ausgezahlt wird. Das Resultat sind halb verhungerte Familien, welchen man nichts kaufen kann, obwohl es in den Läden ja „alles gibt“, zudem fallen alle Perspektiven auf die Zukunft komplett weg.

Also lässt sich sagen, dass die Klassenzusammensetzung der russischen Gesellschaft (und der Gesellschaften anderer Länder) sich kaum verändert hat, im Gegensatz zum zaristischen Russland, ja, sie ist sogar so ziemlich gleich geblieben. Die Hauptklassen sind nach wie vor die gleichen: Die Bourgeoisie, das Proletariat und das Kleinbürgertum. So lässt sich abschließend sagen, dass der uns anklagende Genosse Unrecht hat, bezüglich seiner Ansicht die „Klassenzusammensetzung“ hätte sich „um Male verändert“.

Was die „Qualität des Proletariates“ betrifft, hat sich in einigen Hinsichten allerdings wahrlich etwas gewandelt. Was ist nun also neu?

Zum ersten ist die Größe des Proletariates, im Vergleich zu dem des zaristischen Russlands, deutlich angewachsen. Sie liegt nun bei etwa 40 Millionen Menschen, wenn nicht gar mehr, während sie im zaristischen Russland bei knapp 4 Millionen lag (1913 – 1917).

Zum zweiten hat das heutige Proletariat eine gute, wenn nicht sogar sehr gute Bildung im Vergleich zu den Proletariern von vor 100 Jahren, von denen ein sehr bedeutender Teil analphabetisch war, und ein Großteil (im besten Fall) nur die Grundschulbildung der Kirchenschule vorzuweisen hatte. Heute hingegen befinden sich in unseren Fabriken nicht selten Arbeiter mit einem, wenn nicht gar mit zwei Hochschulabschlüssen!

Zum dritten ist der heutige Proletarier ein Abkömmling der sozialistischen Gesellschaft und wenn er es nicht selbst ist, so sind es auf jeden Fall seine Eltern und dies spiegelt sich auf die eine oder andere Weise in seinem Bewusstsein und Verhalten wieder. Die geltende bürgerliche Regierung will natürlich mit allen Mitteln unsere Arbeiter dazu bringen die sozialistischen Zeiten zu vergessen. Allerdings will die Verwirklichung dieses Wunsches nicht so vorangehen, wie sich die Bourgeoisie es sich wünschen würde, denn alles um einen herum erinnert an die ehemalige Pracht der sowjetischen Arbeiterklasse, denn nur all das, was unter ihr erschaffen wurde, hält die heutige russische Bourgeoisie überhaupt erst am Leben.

Zum vierten lässt sich sagen, dass die heutigen Arbeiter nicht die enorme Menge Erfahrung im Kampf gegen die Bourgeoisie mit sich bringen, welche ihre historischen Vorgänger, die Arbeiter des autokratischen Russlands, hatten, was ihre Situation deutlich erschwert. Allerdings stehen ihnen die kolossalen historischen Erfahrungen der großen revolutionären Siege ihrer Vorfahren zur Verfügung, welche sie nutzen können (und früher oder später auch nutzen werden!).

Wie wir sehen, verfügen die modernen Proletarier über Vor- und Nachteile gegenüber ihren Großvätern und Urgroßvätern. Die Vorteile, welche den Kampf gegen die Bourgeoisie stark erleichtern, sind allerdings deutlich in der Überzahl. Deshalb wird ihnen der Kampf, und letzten Endes auch das Erringen des Sieges, um einiges leichter fallen. Wäre da doch nur der Wille!

Auf die Gastarbeiter in Form eines wesentlichen Punktes, welcher die „Qualität“ des Proletariates verändert, wie der uns kritisierende Leser besonders betont, antworten wir, wie Sie sehen, nicht. Warum, fragen Sie? Weil es schlicht weg nichts neues in dieser Erscheinung gibt, denn Migranten, oder human ausgedrückt, Arbeitslose, welche sich eine Arbeit weit von zuhause weg suchen, sind für den Kapitalismus kein neues, sondern sogar ein für ihn sehr charakteristisches Phänomen. Man nennt es den „Arbeitsmarkt“, ohne den der Kapitalismus nicht existieren könnte! So war es schon immer, unter anderem auch im vorrevolutionären, kapitalistischen Russland. Es gibt keinen Ort, an den die in den Ruin getriebenen und verarmten Bauern nicht vor den Gutsbesitzern, mit dem Ziel der Suche nach Arbeit, flohen! Länder wie Russland sind groß. So kam es vor, dass manchmal Leute tausende von Kilometern zurücklegten nur um in einer Fabrik Arbeit zu finden und dadurch sich irgendwie das Überleben zu sichern.

Und heutige Migranten sind nicht nur Auswanderer aus irgendwelchen mittelasiatischen Ländern, sondern auch Flüchtige aus dem Donbass, also der Ukraine (und im Falle Deutschlands auch aus vielen nahöstlichen, von Krieg heimgesuchten Ländern), Arbeiter aus Moldawien, Weißrussland, oder auch eigene Landsleute, welche aus verschiedenen Regionen kommen, die vom Kapitalismus völlig zerstört wurden, um in Großstädte zu ziehen, in der Hoffnung eine halbwegs gut bezahlte Arbeit zu finden.

Was die Arbeiter aus Zentralasien betrifft, so hat unser Leser aus irgendeinem Grund vergessen, dass die Völker, welche in den zentralasiatischen Republiken leben, hunderte von Jahren mit den Russen einen gemeinsamen Staat teilten. Die Russen und sie besitzen eine gemeinsame Geschichte, teilen gemeinsame Siege und gemeinsame Niederlagen. Dies einfach so zu vergessen ist unmöglich. Für Leute wie ihn, so wie für so manchen kleinbürgerlichen Spießbürger (die Stützen des Faschismus!), sind die Arbeitsmigranten aus Zentralasien fremd, für uns jedoch, die in der UdSSR lebten, sind es unsere Landsleute, unsere Vertrauten. Sie sind in keiner Hinsicht schlechter als unsere russischen Arbeiter, mit dem Unterschied, dass nun nur noch wenige von ihnen russisch reden. Dieser Faktor stört die russischen Kapitalisten jedoch nicht die Migranten barbarisch auszubeuten, ähnlich wie sie es mit ihren „eigenen“ Arbeitern machen.

Zu welchem Schluss kommen wir also?

Wir kommen zu dem Schluss, dass die marxistischen Materialien, welche der WdA publiziert, mehr als nur nützlich für die modernen russischen Arbeiter sind. Denn sie betreffen nicht nur die UdSSR und den Sozialismus, sondern zeigen auch auf, wie genau er aufgebaut wurde (was auch für die deutschen Arbeiter von großem Nutzen ist), wie genau durch die russische Arbeiterklasse der Sieg über dem Kapitalismus erringt wurde, beginnend mit der Revolution des Jahres 1917. Dieses Material spiegelt ebenso die Phänomene und Gesetze der kapitalistischen Gesellschaft wieder, welche die Sowjetunion umzingelten. Die Anfänge der Erscheinungen, die wir heute in ausgeprägter Form sehen, traten bereits damals auf, so z. B. der Faschismus. Und genau in der damaligen Zeit hat die kommunistische Weltbewegung, unter der Führung der Bolschewiki, effektive Methoden im Kampf gegen diesen ausgearbeitet, zum Erlernen welcher wir heute mehr als nur verpflichtet sind (Materialien des Komintern, der RGI und anderer).

Noch wichtiger sind für uns die unbezahlbaren Erfahrungen des Kampfes der Bolschewiki gegen den Opportunismus. Für unsere Arbeiterklasse ist dies die aller wichtigste Frage, und sie kann nicht beantwortet werden, ohne der Aneignung der Erfahrungen der bolschewistischen Partei und der Wahrnehmung ihrer Taktiken des Kampfes. Vor allem, weil es den Bolschewiki als einzigen unter allen kommunistischen Parteien ihrer Zeit gelungen ist, ihre Partei vollständig von Verrätern der Arbeiterklasse zu säubern, was auch auf den Pfad großer Triumphe der sowjetischen Arbeiterklasse über der Bourgeoisie und dem Weltkapital führte.

Es gibt noch einen Grund, weshalb wir marxistische Artikel stalinscher Zeit veröffentlichen, nämlich der, dass sie die lebendigen und praktischen Erfahrungen in der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft weitergeben. Diese Erfahrungen werden noch von großer Bedeutung für unsere Arbeiterklasse sein, sobald es Zeit wird, den Sozialismus in unseren Ländern wieder zu restaurieren. Womöglich wird dies in den nächsten Jahren passieren und man muss sich deshalb darauf bereits jetzt vorbereiten. Es kommen sofort tausende Fragen auf, wenn man über diese Thematik nachdenkt und nachfragen können wir diesbezüglich im Prinzip niemanden. Im Großen und Ganzen haben wir nur eine seriöse Quelle, welche uns beim Suchen der Lösungen helfen kann, nämlich die historischen Erfahrungen derer, die den Sozialismus aufgebaut haben und bei denen es auch funktioniert hat, also unseren Großvätern und Urgroßvätern! Beim Erlernen des hart erkämpften und mit dem Blut von Millionen von Proletariern bezahlten Mutes, lernen wir zu siegen, so wie sie damals gesiegt haben.

WdA

Übersetzt von K. Schtimow, 2017

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