Über eine echte kommunistische Partei. Organisatorische Grundlagen des Bolschewismus. Teil 1.

organizatsionnye-osnovy-bolshevizmaDEVorwort:

Die Frage der Unumgänglichkeit der Erschaffung einer wahren kommunistischen Partei ist nicht nur eine alltägliche, sondern bereits völlig abgenutzte Frage, denn unsere Arbeiterklasse braucht sie so dringend wie den Sauerstoff, was unter anderem z. B. der deutschlandweite Poststreik des Jahres 2015 mehr als deutlich bewies. Ein Großteil der Linken und Kommunisten, welche furchtlos auf den Positionen des Sozialismus stehen, haben dies bereits seit langem eingesehen. Unsere Genossen verstehen auch, dass diese Partei nicht eine weitere Organisation mit einem kommunistischen Namen sein darf, von denen es in unserem Land nur so wimmelt, sondern eine wahre kommunistische Partei sein muss, ganz nach dem Vorbild der Partei der Bolschewiki. Aber WIE kann man so eine Partei erschaffen, und vor allen Dingen, WIE soll sich diese Partei verhalten? Wie verhielt sich überhaupt die Partei der Bolschewiki, welche zu verschiedenen Zeiten SDAPR(B), RKP(B) oder AKP(B) (aber auf garkeinen Fall KPdSU) hieß? WIE war sie, diese Partei, allgemein aufgebaut und organisiert, was ihr überhaupt erst ermöglichte, auf ihr Kommando tatsächlich die «stählernen Bataillone des Proletariates» ganz Russlands zu erheben? All dies wissen nur die Wenigsten.

Alle haben davon gehört, dass die Grundlage des inneren Aufbaus der bolschewistischen Partei der demokratische Zentralismus war, ebenso haben alle davon gehört, dass Lenin die bolschewistische Partei als eine «Partei neuen Typus» bezeichnete, aber was war dieser demokratische Zentralismus überhaupt, wie hat dieser funktioniert und was bedeutet die Aussage der «Partei eines neuen Typus» im Allgemeinen? Wodurch unterschied sich dieser «neue Typus» überhaupt vom alten und von den vorherigen Parteien? Mit all diesen Dingen sind nur sehr wenig Leute vertraut.

Da es ohne jegliche historische Vorkenntnisse der unbezahlbaren Erfahrungen unserer historischen Vorgänger, den Bolschewiki, keinerlei Sinn macht über die Schaffung einer wahren kommunistischen Partei zu reden, schlicht und ergreifend alleine schon deswegen, weil das Debattieren über Dinge, von welchen man keinerlei Ahnung hat, zumindest völlig unklug ist, haben wir uns dazu entschlossen einige grundlegende Informationen über die Partei der Bolschewiki und die organisatorischen Grundlagen des Bolschewismus zu verbreiten, basierend auf den Materialien derer, die diese Partei erschaffen haben und derer, die Seite an Seite mit dem siegreichen russischen Proletariat gekämpft haben.

Diese Informationen sind für uns im Moment überlebensnotwendig, da sie zum einen eine Vielzahl an Mythen widerlegen, — diese sind in den Köpfen vieler unserer Genossen tief verwurzelt, und vermitteln ihnen somit ein primitives Bild der Geschichte der Partei — welche unter anderem die Partei selbst als eine Organisation darstellen, welche sich in keinster Weise von bürgerlichen Parteien unterscheid. Zum anderen werden uns diese Informationen auch eine Menge Zeit ersparen, da eine ganze Reihe der wichtigsten Fragen des Parteiaufbaus beantwortet werden, welche es ohnehin in unmittelbar naher Zeit zu behandeln gelten wird.

Fortfolgend werden wir Kapitel aus der 3. Auflage des Buches Wladimir Sorins «Lenins Lehren über die Partei (organisatorische Grundlagen des Bolschewismus)» veröffentlichen, welches vom «Moskauer Arbeiter» 1924 publiziert wurde.

Organisatorische Grundlagen des Bolschewismus

Kapitel I.

Die alte Garde und neue Mitglieder der Partei.

Im letzten Jahr feierte die Partei ihr 25-jähriges Jubiläum. Viel Wasser, oder eher Blut, wurde in dieser Zeit vergossen. Zwei Kriege und drei Revolutionen überstand die Arbeiterklasse seit dem Jahre 1898, als der erste Parteitag unserer Partei stattfand. Der Zarismus wurde gestürzt. Die Bourgeoisie wurde zertrümmert. Es wurde ein proletarischer Staat gegründet. Hunderttausende von Kämpfern starben in diesen Jahren für die Sache der Arbeiterklasse. Mit jedem Jahr gibt es immer weniger Menschen, die das Fundament für die Partei gelegt haben, und mit der gesamten Arbeiterklasse im Laufe vieler Jahre und Jahrzehnte, sie auf dem Weg aus der anfangs düsteren, langen, hoffnungslosen Pore der Autokratie begleitet, und letztendlich zur siegreichen Diktatur des Proletariates geführt haben, angefangen bei einigen illegalen Zirkeln, bis hin zu einer Partei mit über einer halben Millionen Mitgliedern, welche ein riesiges Land regiert.

Die Reihen unserer alten Bolschewiki, den Erbauern unserer Partei, lichten sich. Nur schwerlich kann man heutzutage auch nur zehntausend «Untergrundkämpfer» unter uns finden. Nur noch fünf bis zehn Jahre und es werden in den Reihen unserer Partei nur noch sehr wenige von denen übrig bleiben, die an ihrer Schaffung teilgenommen haben, die an der Spitze der Arbeiterklasse die Revolution des Jahres 1905 durchführten und unser Banner auch in den düstersten Jahren der Reaktion nicht senkten, sondern eisern und unnachgiebig die Arbeiter für die weitern Schlachten rüsteten, nämlich zum Sturz der Autokratie und Bourgeoisie und zur Errichtung der Diktatur des Proletariates.

Die Reihen der alten bolschewistischen Partei werden dünner. Der unerbittliche Zahn der Zeit nimmt uns einen Revolutionär nach dem anderen und in der Nacht auf den 22. Januar ging auch der von uns, dessen Name noch Jahrhunderte weiterleben wird. Das Herz Iljitschs hörte auf zu schlagen. Für immer schloss unser geliebter, geschätzter, tapferer Greis seine Augen («Greis» — das war der konspirative Spitzname W.I. Lenins — Anmerkung des WdA). Für immer verstummte die Stimme unseres alten Anführers…

Aber das Proletariat darf sich nicht von der Niedergeschlagenheit unterwerfen lassen. Lenin starb, aber seine Partei lebt. Es lebt seine Sache, seine Lehre, sein Vermächtnis. Erschüttert von dem Tod seines Anführers, reagierte das Proletariat auf diesen mit einem Beitritt in unsere Partei von über hunderttausend Arbeitern. Die Partei — das ist das aller größte und wichtigste von dem, was Lenin dem Proletariat vermachte. Und die Arbeiterklasse hat dies verstanden. Lenin ist fort, deswegen muss man all die Kraft darauf konzentrieren seine Partei zu wahren und zu festigen — dies ist der Gedanke, mit welchem heute ein Arbeiter der Partei beitritt.

Auf unsere Schultern, auf alle Generationen der Bolschewiki des Aufrufes 1917 und der folgenden Jahre, und vor allem auf die Schultern der aktuell in die Partei eintretenden über hunderttausend Arbeitern des «leninschen Aufrufes», wurde eine äußerst verantwortungsvolle Aufgabe gelegt. Wir müssen eisenhart und pausenlos daran arbeiten, dass unsere bolschewistische Partei auch alle folgenden Jahre so mächtig, gefestigt und vereinigt bleibt, wie sie es diese fünfundzwanzig Jahre (und dreißig Jahre unter direkter Führung Lenins) war. Wir wollen, — und dies werden wir auch erreichen — dass unsere Partei auch ohne Lenin nicht einmal für einen Moment aufhört eine wahre, eisenharte, bolschewistische, leninistische Partei zu sein. Die gesamte Geschichte der Partei, die gesamte Erfahrung ihres ein Vierteljahrhundert andauernden Kampfes, sagt den Neulingen: Belehrt euch der Parteinahme bei der alten Garde der Bolschewiki! Übernimmt all das Beste, was bei den alten Revolutionären zu finden ist! Übernimmt ihre Erfahrung und ihr werdet sie übertrumpfen!

Jeder Arbeiter, welcher in die Partei eintritt, muss sich selber fragen: Werde ich ein guter und standhafter Kämpfer für die Sache des Kommunismus und die Befreiung der Arbeiterklasse sein? Werde ich mich um meine Partei wie um meinen eigenen Augapfel kümmern, sie festigen, stärken und gegen all die kämpfen, die versuchen werden ihre Einzigartigkeit zu kippen oder ihre Macht zu schwächen? Werde ich die Gebote des Leninismus wahren und verteidigen? Und wenn auf all diese Fragen ein zweifelsfreies und sicheres „Ja“ folgen wird, so wird die Partei antworten: Stelle dich, Genosse, mit uns in eine Reihe und wir werden gemeinsam kämpfen. Und mögen in der Seele eines jeden von uns die Worte Lenins klingen, welche von ihm noch zu der Zeit gesagt wurden, als man noch für die Schaffung einer Partei kämpfen musste.

«Man muss Menschen vorbereiten, welche der Revolution nicht nur ihre freien Abende, sondern ihr gesamtes Leben widmen werden» (W.I. Lenin «dringende Aufgaben unserer Bewegung». 1900.).

(Leider ist es eben das, was heutigen Kommunisten fehlt. Und hierbei bleiben allerlei verschiedene Linke noch unerwähnt! Sie widmen sich der kommunistischen Arbeit nur in ihrer freien Zeit. Hiervon gibt es jedoch kaum einen Nutzen. Für eine echte kommunistische Partei braucht es keine schlichten Parteimitglieder, sondern Revolutionäre, also die, für die der Kampf für den Sozialismus das wichtigste im Leben ist. Bis jetzt haben sich solche Menschen noch nicht aus der Arbeiterklasse herauskristallisiert. Und vielleicht gibt es auch deswegen in unserem Land keine Partei, welche so wäre wie die Partei der Bolschewiki. Allerdings wird diese auf jeden Fall erscheinen, denn einen anderen Weg, als den Weg nach vorn in die Richtung des Sozialismus, gibt es für die Arbeiterklasse nicht. — Anmerkung des WdA).

Parteimitglieder und Parteilose

Beim Eintritt in die Partei, fühlt ein jeder «Neuling», dass er eine gewisse Grenze, eine bestimmte Fläche übertreten hat. Gestern war er noch ein „einfacher“ Arbeiter irgendeiner Anlage oder Fabrik, ein parteiloser sowjetischer Proletarier.

Heute aber ist er ein Mitglied der kommunistischen Partei, ein Bolschewik. Der Titel eines Parteimitgliedes verleiht ihm Aufgaben, welche er zuvor nicht hatte.

Selbstverständlich hat ein fortgeschrittener Arbeiter auch bereits zu der Zeit in welcher er noch parteilos war für die Interessen seiner Klasse mitgefiebert und unterstützte auch die bolschewistische Partei wo er nur konnte, erfreute sich über Erfolge der Partei und überstand mit ihr Misserfolge.

Aber erst mit dem Werden eines Parteimitgliedes realisiert der gestrige parteilose erst seine direkte und unmittelbare Pflicht die Interessen des Proletariates überall und jederzeit zu verfechten; erst mit dem Eintritt in die Partei nimmt er seine direkte und unmittelbare Verantwortung für alles, was die Partei und die von ihr geführte Sowjetmacht unternimmt, wahr.

«Man darf nicht vergessen — so Lenin auf dem 2. Parteitag der SDAPR (1903) — dass ein jedes Parteimitglied für die Partei verantwortlich ist und umgekehrt».

(Die eigene Verantwortung und Verpflichtung für die Partei selbst, aber auch für die Sowjetmacht — wäre diese, ihrer Zeit große Weisheit, nicht von den sowjetischen Kommunisten der KPdSU vergessen worden, wäre es unmöglich gewesen die Sowjetunion zu vernichten. Hierin liegt auch das Problem, nämlich darin, dass die Kommunisten in Allem um sie herum geschehenen nicht mehr ihre Verantwortung und Verpflichtung sahen, sondern diese Aufgaben mit Freude auf die Parteiführung übertrugen. Die Führung selbst wurde hierdurch unkontrollierbar, sie fing an,# sich nur noch um sich selbst zu sorgen, und ändern konnte man dies letzten Endes durch nichts mehr.

Selbiges gilt auch für heute. Man kann viel darüber reden, dass es heute in Russland (oder Deutschland) keine wahre kommunistische Partei gibt, aber wie viele von diesen Leuten haben sich selbst gefragt, ob sie auf eigene Faust etwas für die Gründung einer wahren kommunistischen Partei gemacht haben, ob sie all ihre Kräfte der Befreiung der Arbeiterklasse gewidmet haben? — Anmerkung des WdA).

Gestern war der parteilose Arbeiter im politischen Sinne ein unorganisierter Einzelgänger; heute aber ist er Mitglied der Partei der Bolschewiki.

Mit dem Eintritt in die Partei wird der Neuling sozusagen zu einem anderen Menschen. Von einem Parteimitglied wird mehr gefördert, mehr verlangt, als von einem Parteilosen. Alle Arbeiter schauen von nun an auf ihn, wie auf einen eher fortschrittlichen, entwickelten Genossen, mit der Verpflichtung der Leitung der arbeitenden Massen.

Ein Kommunist — das ist ein sehr verantwortungsvolles Wort. Ein Mitglied unserer Partei soll darauf stolz sein, dass er in den Reihen der fortschrittlichsten, am meisten wissentlichen, revolutionären Partei ist. Wahrlich gibt es keinen höheren Titel auf der Welt, als den des Kommunisten. Stets auf seinem Posten, stets vorne, in den ersten Reihen — dies ist ein Kommunist, ein Parteimitglied. (Leider wurde auch diese Weisheit vergessen, jedoch nicht nur von den Mitgliedern der KPdSU, sondern auch von den meisten der heutigen Kommunisten. Wenn man an sie mit leninschen Kriterien herangehen würde, so würde keinem von ihnen ein Platz in einer kommunistischen Partei geboten werden. Wäre dem nicht so, so würde die heutige Arbeiterklasse nicht mit Missachtung auf Kommunisten schauen. — Anmerkung des WdA).

Allerdings ist ein Kommunist, welcher ab seinem Eintritt in die Partei sich als „Vorgesetzter“ für die Parteilosen sieht, und anhand dieser Grundlage überheblich wird und anfängt auf die Parteilosen von oben aus abschätzig herabzublicken, ein schlechtes Parteimitglied.

Ein Kommunist — das ist ein eher klassenbewusster Arbeiter, dessen Aufgabe darin besteht weniger klassenbewusste (d. h. Parteilose) hinter sich her zu führen und ihnen ihre Klasseninteressen näher zu erläutern. (Bei uns haben heutige Kommunisten keinerlei Ahnung, worin genau die Klasseninteressen der Arbeiterklasse überhaupt bestehen. Wo kann da überhaupt die Rede vom „Erläutern“ sein? Und anschließend wird sich gewundert, warum die Arbeiterklasse sich nicht der Partei zuwendet… — Anmerkung des WdA). Ein älterer Genosse — eben das muss ein Parteimitglied gegenüber einem Parteilosen sein.

Das was ein einzelnes Parteimitglied von sich selbst denkt, dies hängt ganz und gar vom Charakter der gesamten Partei ab. (Dem letzten Teil kann man vollkommen zustimmen. Anhand eines jeden Kommunisten, seiner Verhaltensweisen, seines Charakters, wird man über die gesamte Partei urteilen. Und dies darf man auch niemals vergessen. — Anmerkung des WdA).

Die Partei

Aber was ist die Partei? Die kürzeste Antwort wäre die folgende:

«Unsere Partei ist ein Bund klassenbewusster, fortgeschrittener Kämpfer für die Befreiung der Arbeiterklasse» (Lenin. Sozialismus und Religion. 1905.).

Genauer lässt sich hierauf folgendermaßen antworten: Als Partei wird eine freiwillige Vereinigung von Menschen bezeichnet, welche die gleichen politischen Ansichten teilen und auf dem gleichen Wege für die Umgestaltung des gesellschaftlichen Lebens kämpfen, gemäß ihrer Ansichten, welche die Interessen einer bestimmten Klasse vertreten. Es ist bekannt, dass die Anzahl der Leute mit übereinstimmenden politischen Auffassungen, mit demselben Verständnis des gesellschaftlichen Lebens, gemeinsam entscheiden, wo kooperativ für die eigenen Überzeugungen gekämpft wird, dementsprechend vereinigen sie sich zu einer politischen Partei, bilden politische Vereinigungen, Organisationen, eine Gesellschaft. So etwa die Partei der Bolschewiki, die Partei der Menschewiki, die Partei der Sozialrevolutionäre, die Konstitutionell-Demokratische Partei etc.

«Damit die Masse einer bestimmten „Klasse lernen kann, die eigenen Interessen, die eigene Lage zu begreifen, ihre eigene Politik zu betreiben, gerade dazu ist die Organisation der fortgeschrittensten Elemente der Klasse unbedingt und um jeden Preis notwendig, auch wenn diese Elemente am Anfang einen ganz geringen Teil der Klasse ausmachen sollten“» (W.I. Lenin «Wie W. Sassulitsch das Liquidatorentum erledigt». 1913.).

«Die Organisation der fortgeschrittensten Elemente» — eben das ist die Partei.

Was Lenin weiterhin über die Partei schreibt:

«Die Partei ist die Summe der zu einem Ganzen verbundenen Organisationen. Die Partei ist die Organisation der Arbeiterklasse, gegliedert in ein ganzes Netz mannigfaltiger lokaler und spezieller, zentraler und allgemeiner Organisationen».

Die Partei als solche ist eine von der Arbeiterklasse geschaffene Organisation, für die Verteidigung ihrer Interessen. In sich selbst teilt sich die Partei in eine Reihe von großen Organisationen auf, während die großen Organisationen sich wiederum in kleine Organisationen zerteilen. Zum Beispiel teilt sich unsere Partei (also die politische Organisation des Proletariates) in einige Dutzend Gouvernements-Organisationen. Und jede dieser Gouvernements-Organisationen teilt sich in Kreis- und Bezirksorganisationen. Letztere teilen sich dann in noch kleinere Organisationen (Zellen) auf. (Eigentlich recht einfach, jedoch verstehen 99,99% unserer Genossen, welche für die Schaffung einer wahren kommunistischen Partei mitfiebern, dies nicht! Sie denken, dass eine kommunistische Partei eine Ansammlung verschiedener Elemente ist! Sie glauben, es seien keine Organisationen, sondern eben vereinzelte Mitglieder und Aktivisten! Und eben hier liegt der Unterschied, eben hierin liegt das Problem: Zunächst müssen vielerlei verschiedene politische Organisationen der Arbeiterklasse quer über dem Land verteilt bestehen und erst dann können sich diese verbinden (sich gegenseitig zusammenziehen!) zu einer vereinigten, großen, politischen Organisation, zu einer Partei. Nur so kann eine Partei der Arbeiterklasse geschaffen werden, d. h. von unten (also aus der Arbeiterklasse heraus) und nicht von oben! Ganz genauso schuf sich auch die Partei der Bolschewiki und genauso wird auch eine neue, wahre kommunistische Partei in unserem Land gegründet werden. — Anmerkung des WdA).

Wenn man an die Frage von einer anderen Seite herangeht, so sagen wir, dass die Partei ein Teil der Arbeiterklasse selbst ist. In sie treten eher fortgeschrittene, klassenbewusste, revolutionäre Arbeiter ein. Sie können weiter sehen als alle anderen Arbeiter, und kennen besser als sie die Interessen ihrer eigenen Klasse. Hierdurch stellt die Partei auch mit sich selbst die Avantgarde des Proletariates dar, d. h. ihre fortschrittlichste Einheit, welche vor der Klasse selbst läuft und sie hinter sich her führt.

«Die Partei – das ist die bewußte, fortgeschrittenste Schicht der Klasse, ihre Vorhut. Die Kraft dieser Vorhut übersteigt ihre Zahl um das Zehn-, das Hundertfache und mehr. Ist das möglich? Kann die Kraft von Hunderten die Kraft von Tausenden übersteigen? Sie kann es und sie übersteigt sie, wenn die Wunderte organisiert sind»

(Ein äußerst wichtiger Gedanke Lenins! Es scheint, dass unsere Arbeiterklasse dies, d. h. wie wichtig die Organisation ist, an Beispielen wie dem Bahnstreik 2014 sehr gut wahrgenommen hat. Jedoch hat die Arbeiterklasse noch nicht begriffen, wie wertvoll diese Organisation ist, dass sie die Kraft der Arbeiterklasse verzehnfachen kann, und somit die Mächte der Bourgeoisie und des Proletariates auf die selbe Wellenlinie bringen, ja, sogar die der Bourgeoisie, des stärksten Klassenfeindes der Arbeiterklasse, übersteigen kann! — Anmerkung des WdA).

Immer wieder erwachen neue Kräfte des Proletariates im Bereich der gesellschaftlich-politischen Tätigkeiten. Unsere Aufgabe ist es ihm „geduldig“, wie Lenin es ausdrückte, klar zu machen, welche Rolle und Bedeutung die Partei hat und wie unumgänglich es ist ein Mitglied der Partei zu werden.

«Parteilosigkeit ist eine bürgerliche Idee, Parteinahme ist eine sozialistische Idee.» (W.I. Lenin «Sozialistische Partei und parteiloser Revolutionismus». 1905.)

Die Bourgeoisie erzog in den Arbeitern die Teilnahmslosigkeit zum politischen Kampf gegen die Partei. Sie zeigte den Arbeitern die Nutzlosigkeit einer Arbeiterpartei auf. Die bürgerlichen Ansichten sind noch immer in den Gedanken vieler Arbeiter tief verankert. Wir müssen mit diesen Ansichten kämpfen und ihnen unsere Losungen entgegenstellen: Für die Partei! Für die Parteinahme! (Wie sehr doch bei uns im Lande dieser bürgerliche Mythos verbreitet ist! „Wir befinden uns jenseits von Politik, wir befinden uns jenseits von Politik …“ dröhnt es aus nahezu jedem Arbeiterkollektiv. Und das in der Zeit, in der die Politik gegen die Arbeiter mit maximaler Kraft vorgeht! Gegen lügenreiche, bürgerliche Ideen solcher Art muss ein jeder Arbeiter einen unbarmherzigen Kampf führen. — Anmerkung des WdA).

Übersetzt von K. Schtimow, 2017

Fortsetzung

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